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Wir gratulieren dem Ort in der Welt, der die Stadt Koenigsberg 690 Jahre lang mit W�rde getragen hat
- und wir w�nschen ihm, dass jeder weitere Ansiedlung dort dieser Ehre mit Liebe gedenkt :.)
Nun ja, so ganz werbefrei kann man es im Moment nicht haben, aber bitte nicht weiter daran stoeren.
Diese Stadt ist die Stadt meiner Geburt. Hierin wurde ich zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt geboren: im Sommer 1945. Damals war ich noch arglos, hatte aber schon in meiner Mutter allgemein miterlebt, dass es nicht so einfach zu haben wird, dieses Leben.
Sp�ter - sehr viel sp�ter - erfuhr ich, dass nur 2 von uns damals noch überlebt hatten, und ich entnahm daraus wie einen Auftrag derer, die es nicht so gut getroffen hatten, an mich, dass mich diese Stadt immer etwas angehen wird, selbst falls ich sie nie wieder sehen sollte in diesem Leben. Meine ersten zwei Jahre waren jedenfalls hier.
Wir wollen nun aber zu einem so festlichen Anlass nicht Trauer und Truebsal verbreiten, sondern uns erinnern, dass es schon eine sehr gute Stadt war - lange vor mir.
Im "Westen", als wir da ankamen, war man ueber K�nigsberg ja nicht sehr orientiert. Gewisse Fragen - durchaus ahnungslos gestellt - liessen durchblicken, dass wir vielleicht noch Wölfe vor der Haustier herumlaufen hatten und das Eingangsloch unserer Unterkunft mit Fellen schlossen. Es sind immerhin 1000 km von K�ln bis dorthin, und auch 1000km von Narwa - und auf dem Wege traf man ja noch viele Orte, unter anderem meist auch berlin, und auch andere Lande haben sch�ne St�dte, kann man abgewandelt sagen ("Auch andere M�tter haben sch�ne T�chter") - nicht wahr?
Zur Beruhigung aller Königsberger bekenne ich hier, dass es durchaus nicht so war, auch wenn in meinen zwei Jahren die Situation in der Stadt dem schon ziemlich nahegekommen sein muss, denn da schloss man die Licht-Eingaenge mit Pappe, um nicht zu erfrieren vor Not, aber ein Wolf kam gewiss nicht mehr durch bis zu unserer Türe - man hätte bestimmt versucht, ihn auf dem wege zu essen. - Jedoch noch als ich empfangen ward, mitten im Ende vom Krieg, da war es eine moderne und kultivierte Provinzhauptstadt mindestens zu vergleichen mit Münster - und wenn man da wohnte, war es eigentlich schon ein Genuss und ein Privilegium.
Es war unsere Stadt.
Na nu_chen, ja, was soll's - ich werde also dieses Jahr 60 das ist ja nichts, berglichen mit den 750 Jahren meiner Stadt - doch immerhin - schon davon l�sst sich ableiten, dass Leute, die in K�nigsberg noch deutsch geboren sind, allm�hlich wenig werden. Doch m�chte ich den Anlass nehmen und auch von meiner Stadt erz�hlen, was den besonderen schimmer schon von daher erh�lt, dass man es mir erz�hlte und ich dann alles erst im Nachhinein erfahren konnte.
Jedoch - betrachten wir es realistisch: so mancher lebt in seinem Ort ein Leben lang und h�rte nichts erz�hlen, recherchierte nie und weiss nur eins: das ist mein Ort. Doch Minnelieder singen wird er ihm nicht k�nnen - jedoch das kann ich.
So_chen. Nun also lasst uns einen Standort aussuchen, wo ich berichte.

Gehn wir, wenn die Sonne scheint, doch hierhin, in den "Hammerkrug". Und wenn es Nacht wird, nehmen wir sie Strassenbahn und fahren in die Stadt nach hier:
und hier hinein, ins "Blutgericht":

- und wenn wir viel geredet haben, wird es wieder leben,
unser Königsberg.

und sei es virtuell.
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